ruegencacher.de

.: Geocaching auf Deutschlands größter Insel :.

Ruegencacher-Stammtisch-Interview 02/2012: Inselknolle

 

Durch ein interessantes Blog aus dem Osnabrücker Raum (logstalker) inspiriert, wo in regelmäßigen Abständen Geocacher der Region interviewt werden, ist die Idee entstanden, auch hier auf unserer Ruegencacher-Seite Geocacher der Region Vorpommern-Rügen vorzustellen. Wir werden versuchen, jeden Monat regelmäßig ein Interview zu veröffentlichen. Den Anfang macht Inselknolle, der auf Rügen sehr aktiv ist und sich hier in kurzer Zeit einen Namen gemacht hat. Viel Spaß beim Lesen!

 

 Hat das Ruder auf Rügen fest in der Hand ;)

 

 

Hallo Inselknolle, schön, dass du dir für dieses Interview Zeit nimmst!

 

 

Wie bist du zum Geocaching gekommen?

 

Hallo Lex, zum Cachen bin ich durch einen Freund eines Arbeitskollegen gekommen. Du kennst das. Da kennt jemand jemanden der jemanden kennt...

 

Der besuchte uns dann mal auf Arbeit und erzählte über irgendwelche Tupperdosen die er in seiner Freizeit sucht. Komisches Hobby habe ich zu dem Zeitpunkt noch gedacht. Wer rennt durch die Gegend und sucht Plastedosen? Was hat man davon? Und vor allem: Wer ist so bekloppt und versteckt besagte Dosen? Wenige Mausklicks später befand ich mich auf geocaching.com und konnte mehr erfahren. Es klang schon interessant und aufregend, was dort zu lesen war. Vor allem hatte es mir ein Cache angetan. Die "Pelztierfarm" in Bergen. Keine Ahnung warum, aber da wollte ich hin. Dass ich mir bei meiner zweiten Tour gleich die Reifen vom Dosenmobil kaputt fahre, hätte ich nicht gedacht. Aber das gehört wohl mitunter dazu. Zum allgemeinen Interesse kam, das mein Nachbar (Matze2009) ebenfalls Cacher war. Was natürlich für die eine oder andere Tour sorgte. Ja der Anfang war schon toll. Vor allem wenn man bedenkt, dass man wirklich jede Filmdose mit jedem nassen Logbuch toll fand.

 

 

Wie kam der Nickname Inselknolle zustande?

 

Der Name Inselknolle hatte nichts mit Geocaching zu tun. Ganz im Gegenteil. Während der Arbeit hatten wir auch 8 Stunden Bereitschaftszeit. Um diese möglichst sinnfrei zu gestalten, bürgerte sich irgendwann ein Browsergame in unserer Wache ein. Vielleicht hat jemand ja selber Wurzelimperium gespielt. Nicht anspruchsvoll, aber es half die Zeit totzuschlagen. Ja und irgendwie hat sich daraus der Name Inselknolle entwickelt.

 

 

Was war dein erster Cache?

 

Mein erster gefundener Cache was Das verschollene Boot. Mitten im Oktober 2010 (glaube ich) ging es ohne Hose zum Cache. Damals noch mit meinem Arbeitskollegen (DirkMai), den ich mit der Dosensuche angesteckt hatte, ohne überhaupt je eine gefunden zu haben. Ich glaube, dass gerade dieser Cache dafür gesorgt hat, dass die Sucht ihren Lauf nahm. Mehr kann ich jetzt wohl nicht schreiben denn das wäre zu viel gespoilert, aber wer den Cache gemacht hat, weiß Bescheid.

 

nach dem ersten Cache

 

 

Dein Lieblings-Tradi, Lieblings-Multi und Lieblings-Mystery? (auch außerhalb der Homezone, wenn es da welche gibt)

 

Lieblingscaches gibt es ne ganze Reihe. Zum einen denke ich, dass der Tradi dazugehört, mit dem alles angefangen hat. Das verschollene Boot. Dicht gefolgt vom „Haus im Wald“, den man am besten mit viel Anti-Mücken-Mittel angeht, denn was wir dort an Mücken und Zecken erleben durften war der Hammer. Es gibt überall haufenweise schöne und liebevoll gestaltete Caches, die alle etwas für sich haben. Darum will ich mich gar nicht so festlegen. Jedenfalls bei den Tradis. Bei den Multis sieht es da schon besser aus. Oder wie Pittiplatschie sagte: "Wir müssen uns mal über dein Gedächtnis unterhalten". Die Ruinen von Prora stehen da ganz oben, siehe bei der nächsten Frage, dicht gefolgt von Mäusejagd, jeder der ihn gemacht hat, weiß warum. Spoilern verboten! Bei den Mysteries gibts einen klaren Favoriten. Operation MAZ-543, den ich MX-Hero und Pittiplatschie verdanke. Der war ein Abenteuer für sich, denn es war mein erster Bunkercache.

 

Was war dein bisher schönstes / abenteuerlichstes / aufregendstes / spannendstes / positivstes oder ungeschicktestes Cacheerlebnis?

 

Auf die Frage gibt es eine ganz klare Antwort. Die Ruinen von Prora. Wir waren ein tolles Team, das leider keine Erfahrung in Sachen LP hatte. Aber wir wollten es wissen. Ganze 2 Tage zogen uns die unendlichen Weiten in ihren Bann. Oft genug mussten wir den TJ bemühen. Kein Wunder, denn keiner von uns kannte da schon die Handschrift von Lex. Obwohl wir ja wussten, auf was wir uns eingelassen hatten. Kurze Zeit vorher sagte Matze2009 auf einer Tour mal zu mir:

 

Matze2009 -> welche Caches haben wir noch in der Nähe?

Inselknolle -> Hier ist noch XXX

Matze2009 -> von wem ist der?

Inselknolle -> Lexparka

Matze2009 -> vergiss es! Den machst du nicht mal so nebenbei!

 

Also war uns schon bekannt, was uns erwarten würde. Aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis und auch nicht das einzige. Immerhin gibt es noch zahllose Cacher, die viel Energie in ihre Caches stecken. Darum sei an dieser Stelle allen Ownern gedankt die unsere Insel (und nicht nur die) zu einem Ort mit so genialen Caches verzaubern.

 

Dass es nicht überall so ist, mussten wir auf einem Familienurlaub erkennen. Während wir eine sehr schöne Zeit (Wir, das waren Familie Matze2009 und Familie Knolle) auf einer "fast" Nachbarinsel verbrachten, fanden wir kaum schöne Dosen.

 

 

Sag ruhig, auf welcher Insel ihr wart, du hattest ja sogar einen Bericht darüber geschrieben.

 

Na gut, wir waren auf Fehmarn. Alle Caches dort, so kam es uns vor, waren entweder unter einem Stein, in einem Astloch oder sogar in einem Sammelbehälter für Hundekot versteckt. Letztes Versteck kam zum Glück nur einmal vor. Diese Insel raubte uns für fast 6 Monate die Lust am Cachen. Aber zum Glück wurden wir ja geheilt.

 

beim Findling Jastor in Mukran

 

 

Was war dein erster gelegter Cache?

 

Mein erster eigener Cache entstand zwei Tage, nachdem ich vom Cachen gehört hatte, am 14.10.2012. Also noch einige Tage bevor ich selbst einen gefunden hatte. Das hatte damit zu tun, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass das wirklich funktioniert. Aber es funktionierte und mein erster Cache "Nachlass aus der DDR" wurde gefunden und geloggt. Bald wurde dieser durch "Meister Lampe" abgelöst. Fast der gleiche Ort aber dafür ein schöneres Versteck.

 

 

Du hast sehr viele tolle Wherigo-Caches kreiert, was fasziniert dich so an diesem speziellen Cachetyp?

 

Wherigos fand ich toll, seit ich den ersten in Stralsund loggen durfte. Noch am selben Abend setzte ich mich an den Rechner und begann mühsam mit der englischen Version vom original Wherigo-Builder. In zweierlei Hinsicht eine Katastrophe. Zum einen war ich im Englischunterricht immer Kreide holen und zum zweiten gab es bei diesem Builder wohl kaum etwas, was das Programm nicht zum Absturz bewegte. Auf diesem Weg gelangte die "Altstadttour Bergen" an den Start. Leider in einer abgespeckten Version, da mir immer wieder das Programm einen Strich durch die Rechnung machte.

 

Zum Glück gibt es immer Leute, die sich auskennen und so fand ich im "Geoclub" viele Leute, die mir bei den meisten Problemen helfen konnten. An dieser Stelle einen großen Dank an "Tower27". Jetzt gibt es viele Programme, mit denen sich Wherigos bauen lassen. Zum Beispiel den URWIGO-Builder. Und siehe da... Es geht doch.

 

Viel geschrieben und die Frage doch nicht beantwortet. Was gefällt mir so am Wherigo? Zum einen die Tatsache, dass nicht jeder von jetzt auf gleich loslegen kann. Außerdem kann man fast alles umsetzen. Du kannst eine Virtuelle Welt erschaffen, ohne dir Sorgen machen zu müssen, dass Stationen gemuggelt werden. Wenn Du schon immer vorgehabt hast, die Cacher von A nach B zu schicken, das Ganze auf Zeit und auf dem Weg sollen sie noch Fragen beantworten, ... dann bist du beim Wherigo genau richtig. Um die Frage aber mit einem Satz zu beantworten: Wenn man Wochen in die Erstellung gesteckt hat und dann die ersten Logs kommen, die zeigen, dass der Cache funktioniert, dann bist du der glücklichste Cacher des Tages.

 

 

beim Megaevent "Lost in MV" hatten alle jede Menge Spaß

 

 

Bei deinem genialen Tradi „Meister Lampe“ und einigen anderen Caches steckt ja eine Menge Bastel- und Handwerksarbeit hinter. Hast du eine geheime Werkstatt dafür?

 

In der LKW-Werkstatt in Mukran gleich neben Meister Lampe kann ich 7 Tage die Woche basteln, wie ich will. Das ist schon toll. An dieser Stelle mal einen schönen Dank an Senni für die super Unterstützung bei der Umsetzung meiner Ideen.

 

 

Welches war die letzte Anschaffung für deine Cacherausrüstung?

 

Angeschafft habe ich viel. Wenn man meine Frau fragt, viel zu viel. Aber das letzte waren ein neuer Gaskocher, Warme Klamotten und neue Schuhe. Alles was wir für unsere 24 Stunden- Cachetour am 29. Februar brauchen. Das teuerste bisher war sicher meine Kletterausrüstung, die mir schon oft gute Dienste geleistet hat. Was mit noch fehlt ist eine Tauchausrüstung. Aber die wird wohl ein Traum bleiben, denn so dick hab ich es dann doch nicht. Außerdem kann man solche Ausrüstung mieten. Wer weiß. Vielleicht werden in Zukunft auch rund um Rügen die alten versunkenen Schiffe von Cachern besucht.

 

 

Die Knolle kümmert sich beim LP Die Schlüssel des Schattenreichs um seine Schäfchen

 

 

Bei welchem Cache hast du dich besonders schwer getan, evtl. mehrere Anläufe benötigt oder zunächst sogar einen DNF geloggt?

 

Das kann ich so spontan gar nicht sagen. DNF habe ich kaum geloggt. Das lag nicht wirklich daran, dass ich die Dose immer gefunden habe, sondern dass ich eher dazu neige, den Owner persönlich anzuschreiben, wenn etwas mit der Dose nicht stimmte. Schwer getan habe ich mich oft genug. Jeder, der mit mir schon unterwegs war, weiß, dass ich oft genug Tomaten auf den Augen habe, aber wirklich geärgert (fällt mir gerade spontan ein) hat mich nur der T5- Sellin. Hier war ich schon 3 Mal. Einmal scheiterte es wegen schlechter Ausrüstung und zwei weitere Male war die Gegend so vermuggelt, dass wir unverrichteter Dinge wieder abzogen. Aber das ist nur eine Frage der Zeit ... hoffe ich!

 

 

Mit wem gehst du häufig zusammen auf Cachetour?

 

Meistens bin ich mit verrückten Typen unterwegs wie malich, BlackBeauty oder Matze2009. Im letzten halben Jahr war es mir dann vergönnt, auch mal mit anderen Cachern Touren zu bestreiten, wenn ich da nur an die Busch-und Bunkertour 2011 denke. Hier waren es vor allem Pittiplatschie, das Team DieterGB23, Screaming Igels, lexparka und MX-Hero. Man lernt immer wieder neue Cacher kennen und von jedem kann man etwas lernen.

 

 

bei der Suche nach Hinweisen in Prora

 

 

Gibt es einen Cache, den du unbedingt einmal machen willst oder eine Region, in der du gerne einmal Dosen suchen willst?

 

Wenn es ginge, würde ich gerne noch einmal alle „Rattencaches“ machen, die sich auf Rügen angesammelt haben, aber die habe ich alle schon (Ronny, Conny, Perry und Larry). Schade. Also zieht es mich wohl am meisten einmal zum Betonschiff Redentin. Darüber habe ich schon viel gelesen. Nicht unbedingt wegen der Dose, sondern um mir das Teil mal anzugucken. Und da das ja nicht so weit weg ist, stehen die Chancen ja recht gut. Gerne würde ich auch einige Dosen in Dubai legen. Als ich die Chance hatte, dort hin zu fliegen, passte es zeitlich leider nicht. Und so muss ich wohl noch etwas warten.

 

 

Ergänze folgenden Satz: Ich cache …

 

... weil es für mich als Normalsterblicher ein großes Abenteuer darstellt und ich mit den Menschen unterwegs sein kann, die diese Leidenschaft mit mir teilen.

 

 

Bei welchem Cache war die Verletzungsgefahr am höchsten, und du hast dich später gefragt, ob der Log das Risiko wert war?

 

Oh ja. Der Klettercache El Schieto Grande auf Rügen war eine Aktion, die ich so nicht noch einmal wiederholen würde. Ein Kletterbaum, wie ich ihn bis dahin noch nicht hatte. Und den sind wir im Dreier Team im Licht unserer Taschenlampen angegangen. Im Nachgang betrachtet war das nicht nur riskant sondern echt hirnrissig. Wer den Cache gemacht hat, wird mir wahrscheinlich Recht geben.

 

Auch Inselknolle muss überall rein kriechen, da kenne ich noch einen ;)

 

 

Kannst du dir vorstellen, irgendwann einmal mit dem Cachen aufzuhören?

 

Bitte? Ich hab da so ein Pfeifen auf dem Ohr! Nee, ich denke, wirklich aufhören werde ich wohl nicht. Im Moment fehlt mir leider sehr oft die Zeit, aber ich denke, wenn es dort etwas ruhiger geworden ist und meine Tochter groß genug ist, um selbst Dosen zu suchen, werden wir wohl öfter wieder auf Tour sein. Also hier ein ganz deutliches NEIN!

 

Herzlichen Dank für dieses ausführliche Interview! Weitere werden monatlich folgen! Lasst euch überraschen. Ein kleiner Tipp, es sind sehr erfahrene Cacher mit knapp 7 Jahren Geocaching-Erfahrung, sie haben viel zu erzählen...

 

 

weiterhin guten Cache-Hunger! ;)

 

 

 

Kommentare  

 
#2 RE: Ruegencacher-St ammtisch-Interv iew 02/2012: InselknolleInselknolle 2012-04-24 21:55
Seit einigen Wochen fragen mich immer mehr Leute warum ich kaum noch unterwegs bin und ich denke das ich es den Leuten, die mich als Anfänger gut aufgenommen hatten, (das soll die GC Geminde auf Rügen sein) schuldig bin ein paar Zeilen dazu zu schreiben.

Ich bin weder weg vom Fenster noch habe ich die Lust am Cachen verloren. Leider jedoch zwangen mich gesundheitliche Probleme -innerhalb meiner Familie- dazu sehr viel kürzer zu treten. Ich hoffe das damit allen Grüchten ein ende gesetzt wurde.

Und bevor ich es vegesse....Dank e für die netten Worte von Gudrun und vielen Dank an jene die die oben genannten Umstennde kennen und uns Mut zugesprochen haben.

Bis bald...
 
 
#1 GudrunDieterGB23 2012-04-05 12:30
Es hat Spaß gemacht, dieses Interview zu lesen.

Noch gut kann ich mich an die ersten Caches erinnern, die wir von Inselknolle als Owner gesucht haben. Diese entsprachen so gar nicht unserer Vorstellung vom Cachen, was natürlich auch der Tatsache geschuldet ist, daß das Niveau in der Region insgesamt sehr hoch ist. Beeindruckt hat mich dann die Reaktion auf die Hinweise bei unserem ersten Kennenlernen. Andere wären eingeschnappt, aber Inselknolle hat sie aufmerksam entgegengenomme n, sich Gedanken gemacht und diese auch umgesetzt. Das Resultat sind viele schöne Caches, die gern besucht werden und eine Bereicherung sind.

Wirklich gefallen hat uns die Flying Dutchman-Runde, auch wenn wir sie noch nicht vollendet haben. Das ist echt eine Herausforderung mit sehr interessant und abwechslungsrei ch gestalteten Stationen, die uns wirklich beeindruckt hat. Ein Meisterstück.

Bis bald mal wieder bei einem Cache! :-)
 

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren