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.: Geocaching auf Deutschlands größter Insel :.

Ruegencacher-Stammtisch-Interview 08/2012: Der Grimm

 

 

Heute konnte ich einen ganz besonderen Cacher dazu überreden, ihn zu interviewen, es handelt sich um den scheuen Grimm, der in Grimmen heimlich sein Unwesen treibt. Geocaching-Insider kennen ihn vielleicht bzw. haben schon von ihm gehört. Ich bin wirklich sehr gespannt, was er zu erzählen hat. Viel Spaß beim Lesen!

 

 

 

 

Hallo Grimm, super, dass ich dich zu diesem Interview überreden konnte!

 

 

Wie bist du zum Geocaching gekommen?

 

 

Einer der Jäger, die ständig Jagd auf mich machen, brachte vor etwa 2 Jahren so ein neumodisches GPS mit zu den Landesmeisterschaften der besten Jagdschützen, die damals im November 2010 im Polizei Schützenverein Grimmen ausgetragen wurden. Neugierig wie ich war, besuchte ich inkognito natürlich diese Veranstaltung und lauschte, ob mir die Jäger schon auf der Spur waren. Aber die waren alle so fasziniert von diesem Oregon, wie sie es nannten, dass sie überhaupt keinen Nerv dafür hatten, über ihre Schmach zu philosophieren, dass sie mich immer noch nicht erwischt hätten.

 

 

Ich tarnte mich übrigens als Der gelernte Jäger, wie in dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm. Was, du kennst das Märchen dazu nicht? Also… Ein junger Schlosser auf Wanderschaft lässt sich zum Jäger ausbilden und bekommt von seinem Meister eine Büchse, die immer trifft. In einem großen Wald findet er nachts drei Riesen, die einen Ochsen am Feuer braten. Er schießt einem dreimal den Bissen vor dem Mund weg, worauf sie ihm anbieten, mit ihnen zu gehen und für sie die Königstochter aus dem Turm hinter dem See zu rauben… usw.

 

 

Ja, so war das und um den Jägern weiter einen Schritt voraus zu sein, hab ich dann auch mit diesem Geocaching angefangen. ;)

 

 

Wie kam der Nickname Der Grimm zustande?

 

 

Wieso Nickname? So heiße ich nun mal, ich bin der Grimm, eine große zottelige Hundegestalt mit auffällig leuchtenden Augen, die in magischen Kreisen auch als Todesomen gilt, wenn man mich zum Beispiel erblickt. Dass ich nun zuuuufällig auch noch in Grimmen meine Höhle habe, … ähm … hat sich einfach so ergeben und lässt auch so schöne Wortspiele zu.

 

 

 

Was war dein erster Cache?

 

 

Am Wasserturm

 

 

Keine Ahnung, warum dieser Cache in Grimmen so hieß, hab ich nicht verstanden, das ist doch kein Wasserturm, dort wohnt doch Rapunzel und die holde Frau hatte damals vor Wut, dass sie niemand besucht, eine Dose aus ihrem Turm geworfen, die ich dann finden durfte, hat Spaß gemacht, muss ich mal so sagen. Leider war nix zu fressen drin, aber naja, man will ja nicht gleich bei seinem ersten Cache meckern. ;)

 

 

 

Lieblings-Tradi, Lieblings-Multi, Lieblings-Mystery? (auch außerhalb der Homezone, wenn es da welche gibt)

 

 

Der Erste Tradi war dann auch gleich der Beste, also „Am Wasserturm“. Der beste, weil auch der einzige bisher gefundene Mystery war für mich „Nach Grimmen mit Ralf“. Und der beste Multi, hmmm, dazu kann ich nichts sagen, ich hab noch gar keinen gemacht.

 

 

 

 

Was war dein bisher schönstes/abenteuerlichstes/aufregendstes/spannendstes/positivstes oder ungeschicktestes Cacheerlebnis?

 

 

Ja, das war, als ich in der Dose von „Nach Grimmen mit Ralf“ einen Bonbon fand, der war sooo lecker, hätte ich niemals erwartet, ich bin ja sonst eher der Fleischfresser. Da man ja fair tauschen soll, hab ich aus den Zwischenräumen meiner Zähne einen kleinen Rest Fleisch von der letzten Mahlzeit hervor gepult und für den Bonbon als Tauschgegenstand in die Dose gelegt. Ich hoffe, die nächsten Cacher hatten ihre Freude daran. ;)

 

 

 

 

Was war dein erster gelegter Cache?

 

 

 

Das war natürlich Grimms grimmiger Grimmen-Rundgang! Was war das für ein Spaß, da konnte ich aus dem Vollen schöpfen, denn in der Grimmener Altstadt gab es bis auf Ralf überhaupt keinen Cache. Natürlich kam mir mein profundes Märchenwissen dabei sehr gelegen und was ich nicht mehr wusste, das fragte ich gleich persönlich bei Rotkäppchen, Rapunzel und Co. nach, denn viele Grimm‘sche Märchenfiguren wohnen ja nun mal hier im schönen Städtchen Grimmen.

 

 

 

 

Welches war die letzte Anschaffung für deine Cacherausrüstung?

 

 

Hmmm, ich glaub, das war eine neue Feile für mein Gebiss, damit kann ich meine Reißzähne jetzt wieder richtig scharf feilen. Die Cacher tragen heutzutage teilweise so viel Ausrüstung und harten Schnickschnack an ihren Hosen oder Westen, das macht meine Zähne ganz stumpf, wenn ich sie beiße…

 

 

Wie beißen? Ich hab mich schon gewundert, warum du bis jetzt nur 3 Caches gefunden hast. Sag bloß, du hast dich jetzt mehr darauf verlegt, in der Nähe von Caches auf die Schatzjäger zu warten, um sie dann zu verspeisen?

 

 

Genauso ist es. ;) Aber neue Caches legen tue ich ja weiterhin, dann kenne ich ja auch gleich die Finalposition und muss nicht erst mühsam ein Rätsel oder ewig lange Multistationen absolvieren oder so. Darum mache ich auch um Greifswald so einen großen Bogen, ich glaub, ich hab noch keinen einzigen Greifswalder gefressen, diese vielen Rätsel schrecken mich total ab. Und in Grimmen geht’s auch schon los, immer mehr Rätsel sprießen aus dem Boden.

 

 

 

Du magst also keine Rätsel…

 

 

Nein, ich liebe klare, offene, einfache Strukturen: schleichen, beobachten, tarnen, täuschen, warten, jagen, fressen, schlafen … und ab und zu mal einen neuen Cache legen

 

 

 

Bei welchem Cache hast du dich besonders schwer getan, evtl. mehrere Anläufe benötigt oder zunächst sogar einen DNF geloggt? Oder soll ich eher sagen, hattest du große Probleme, einen Cacher zu erwischen und zu verspeisen?

 

 

Oh, hör bloß auf, da könnte ich ganze Logbücher mit füllen. Das Schärfste ist mir bei Grimms grimmigen Märchenbonus passiert. Zwei Cacher, ich glaub sie hießen Max und Moritz, betraten gerade das finale Gelände, als ich in ihren Händen zwei gebratene Hühner sah. Das erinnerte mich irgendwie sofort an das Grimm’sche Märchen: „Von dem Tode des Hühnchens“. Wie, du kennst das Märchen nicht? Na gut, dann hier erstmal das Original:

 

 

Ein Hühnchen und ein Hähnchen suchen Nüsse. Eigentlich hatten sie abgemacht, dass wenn einer eine fände, würden sie den anderen rufen, um die Nuss gemeinsam zu essen. Das Hühnchen findet einen großen Nusskern, frisst ihn alleine und droht daran zu ersticken.

 

Es bittet das Hähnchen, ihm Wasser zu bringen. Das besorgt mit einigen Problemen das Wasser, in der Zwischenzeit ist das Hühnchen allerdings schon erstickt. Vor Trauer schreit das Hähnchen, dass alle Tiere des Waldes zusammenkommen. Auf einem Wagen soll das Hühnchen zu Grabe getragen werden. Dem Trauerzug schließen sich die Tiere des Waldes an.

 

An einen Bach gekommen, wollen die Tiere diesen mit Hilfe eines Strohhalmes überqueren. Es scheitert und die Mäuse, die die Kutsche bis dahin gezogen haben ertrinken. Als nächstes will eine Kohle bei der Überquerung helfen, erlischt aber im Wasser.

 

Schließlich hilft ein Stein als Brücke aus. Das Hähnchen überquert mit dem Leichnam des Hühnchens das Wasser. Der Wagen war mittlerweile allerdings von den anderen Tieren des Waldes so schwer geworden, dass er in den Bach zurückstürzt und alle Tiere des Waldes ertrinken.

 

Am Ende hat es nur das Hähnchen mit dem toten Hühnchen auf die andere Bachseite geschafft. Dort beerdigt das Hähnchen das Hühnchen und trauert so lange um die Verstorbene, bis es selbst stirbt.

 

 

Ja und dann begann die Odyssee. Die beiden, Max und Moritz, hatten ja die Brotdose von Rotkäppchen gefunden und wollten ihr diese nun natürlich gerne zurückgeben. Ich lauerte schon vor ihrem Fenster, um die beiden beim Rausgehen zu erwischen. Doch was ich nicht wusste, mein geliebtes Rotkäppchen hatte sich mit Schneewittchen verbündet und diese hatte natürlich sofort ihre sieben Zwerge in die Spur geschickt, um mich einzufangen. Ich wurde völlig überrumpelt. Sie steckten mich in den leeren Sack von Knüppel aus dem Sack und schleppten mich zum Gevatter Tod in die Höhle, der mir zeigen sollte, wie er an meiner Lebenskerze mein Lichtlein ausknipst. Doch ich konnte dem Tod von der Schippe springen, weil ich stets ein Haar vom Teufel mit den drei goldenen Haaren dabei hatte, mit dem ich dem Tod klar machen konnte, dass er sich gleich mit dem Teufel höchstpersönlich anlegen würde, wenn er mich nicht schleunigst freiließe. Gevatter Tod war das alle nicht geheuer und warf mich dann doch lieber aus seiner Höhle, wo ich geradewegs den zwölf Brüdern in die Arme lief, die mit mir auch noch ein Hühnchen zu rupfen hatten, denn ich war es eigentlich gewesen, der in der Maske ihrer Schwester die zwölf Lilien abgebrochen hatte, worauf die Brüder in Raben verwandelt worden waren. Ich konnte ihnen so gerade eben entkommen und stolperte dabei fast über Hühnchen und Hähnchen, die gerade auf Nusssuche waren. Ihr seid ja gar nicht tot, rief ich ihnen zu und erzählte von den beiden gebratenen Hühnern in den Händen von Max und Moritz. Das müssten dann die beiden Stiefgeschwister von Hühnchen und Hähnchen ein, die hätte man seit Tagen nicht mehr gesehen, erfuhr ich. Gemeinsam liefen wir zu Rotkäppchens Hütte, doch in der Zwischenzeit hatten Max und Moritz schon geloggt und waren auf und davon und nur mit echtem polizeilichen Profiling noch aufspürbar, wofür ich jetzt aber keinen Nerv hatte, es würden sicher bald neue Cacher kommen…

 

 

 

Mit wem gehst du häufig zusammen auf Cachetour?

 

 

Hallo? Natürlich mit Niemandem, ich bin Einzelkämpfer, eben ein einsamer Wolf. Was sind denn das manchmal für Fragen.

 

 

 

 

Gibt es einen Cache, den du unbedingt einmal machen willst oder eine Region in der du gerne einmal Dosen suchen willst?

 

 

Diese hier will ich unbedingt mal machen:

 

Den, den, diesen und der noch.

 

 

Mäusejagd hört sich auch noch spannend an. Oder diese Rattencaches auf Rügen, die klingen auch lecker.

 

 

 

 

 

Ergänze folgenden Satz: Ich cache, weil …

 

 

… ich immer Hunger habe und aufgrund der Koordinaten auf meinem GPS weiß, wo ich garantiert auf Frischfleisch treffen werde. Außerdem bin ich so ausgestattet den Jägern stets einen Schritt voraus.

 

 

 

 

Worüber ärgerst du dich oder was freut dich an unserem Hobby?

 

 

Ich freue mich, dass immer mehr Volltrottel das Hobby Geocaching betreiben, da habe ich echt leichtes Spiel.

 

 

Bei welchem Cache war die Verletzungsgefahr am höchsten, und du hast dich später gefragt, ob der Log das Risiko wert war?

 

 

Da kann ich dann nur den dritten Cache nennen, den ich gemacht habe, nämlich „Am Schwimmbad“, da hatte ich Angst zu ertrinken, aber zum Glück musste man nicht ins Wasser.

 

 

 

 

Kannst du dir vorstellen, irgendwann einmal mit dem Cachen aufzuhören?

 

 

Ja, durchaus, es gibt da ja jetzt auch dieses neue Spiel namens „Munzee“, das wird auch immer beliebter und da trifft man auch viele willkommene Opfer.

 

 

Letzte Frage, kann es sein, dass es sich bei dir um eine Sockenpuppe, um einen Fake-Account handelt?

 

 

Grrrrrrrrrrrr, kein Kommentar! Und wenn ich nicht schon satt wäre, würde ich dich für diese unverschämte Frage jetzt fressen….

 

 

 

 

Ähm ja, vielen Dank dann auch für dieses sehr ungewöhnliche, aber nicht minder interessante Interview, ich werd dann mal lieber schnell aufbrechen und die Höhle des Grimms verlassen... Bis gleich…

 

 

So, nachdem ich nun die Beine in die Hand genommen habe und mich erstmal 500 Meter von der Höhle entfernt hab, kann ich durchschnaufen und ein paar abschließende Worte finden. Nicht so einfach, ich bin noch leicht geflasht von diesem abstrusen Interview, mir ist gerade entfallen, wen ich nächsten Monat interviewe, lasst euch deshalb einfach mal wieder überraschen. Bis zum nächsten Mal. Euer Lex

 

 

 

 

 

Kommentare  

 
#4 *grimm* ;)Narthesia 2014-08-13 15:55
Und mag der grimmige Grimmener Grimm auch noch so grimmig sein - er hat uns einen tollen Tag in dem uns ansonsten wohl verborgen gebliebenen Städtchen Grimm beschert und uns sogar Einblick in seine Höhle gewährt. :lol:
 
 
#3 DieterGB23Gudrun 2012-08-26 18:30
An dem Spruch "In Grimmen da soll es nicht stimmen..." ist wohl doch was dran... :lol: :-* :lol:

Lieber Grimm, ergänzen möchte ich, daß Du in der Nähe Deiner Stadt auch noch auf dem Pilgerweg wandern kannst, die Abseitsregeln lernen und mit dem Schiedsrichter auf Tour gehen kannst. Auf dem Rückweg kannst Du dann beim SOS-Dorf vorbeischauen. :-) Du hast die Qual der Wahl. :lol:
 
 
#2 RE: Ruegencacher-St ammtisch-Interv iew 08/2012: Der GrimmEibeltreibel 2012-08-26 18:04
Vorsichtshalber habe ich meinen Vormund beim Cachen am 20/Oct/2011 http://www.geocaching.com/seek/log.aspx?LUID=afc0dac8-0b21-4818-9d1a-04e8975ddcea in Grimmen mit aufgesetzter Tarnkappe begleitet. Der Grimm ist schlau und hat sich nicht blicken lassen. Den hätte ich mir gerne vorgeknöppft; offensichtlich hat er sich in meinem Profil meine Beisserchen angesehen :lol: .
 
 
#1 RE: Ruegencacher-St ammtisch-Interv iew 08/2012: Der GrimmSuccubius 2012-08-22 08:17
Hatte bei den Dosen in Grimmen schon immer ein ungutes Gefühl. :sigh: Ich hatte immer das Gefühl beobachtet zu werden. Bis jetzt ist zum Glück alles ohne Bisswunden und gefressenwerden abgegangen.
 

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