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.: Geocaching auf Deutschlands größter Insel :.

Ruegencacher-Stammtisch-Interview 11/2012: Glubosch

 

Nach zwei Monaten Pause melde ich mich heute mit einem frischen neuen Interview zurück. Ein sehr aktives Mitglied der Stralsunder Szene hat sich bereit erklärt, sich den Fragen zu stellen und ich denke, da wird jeder Leser auf seine Kosten kommen. Viel Spaß dabei!

 

 

 

 

Willkommen!

 

 

Hallo Steve und Nadine, schön euch zu treffen!

 

 

Wie seid Ihr zum Geocaching gekommen und was war euer erster Cache?

 

Steve: Auf jeden Fall viel zu spät. Ich glaube es war im Jahre 2006 oder 2007, als ich das erste Mal davon hörte. Die Idee dahinter hat mich sofort fasziniert. Aber da ich als träger Beamter nicht gleich rausstürme, mir ein GPS-Gerät kaufe und anfange Dosen zu suchen, erzählte ich zunächst einmal in der Montagsrunde davon und hoffte auch meine Freunde davon begeistern zu können. Naja… Sollten sie begeistert gewesen sein, konnten sie es wohl nicht so zeigen. Die Reaktionen waren nämlich recht verhalten und mehr als ein „Ja, klingt ganz nett. Krieg ich noch ein Bier?“ war da nicht rauszuholen. Erst ein paar Jahre später, Ende 2009, wendete sich das Blatt. Da war es Danilo (jetzt Bindiana Jones), der völlig begeistert von einem Hobby berichtete, daß er bei Freunden auf Usedom kennengelernt hat. Da läuft man mit einem GPS-Empfänger rum und sucht von anderen versteckte Dosen. Ja, toll… Das nennt sich Geocaching und als ich davon erzählte, hat es keinen interessiert. Aber wenigstens ist nun endlich jemand bereit das mal auszuprobieren. Ganz spontan bekam ich dann am folgenden Samstagvormittag auch schon einen Anruf, daß wir uns alle in 30 Minuten treffen und den Cache „Das Erbe des Zeichenlehrers“ machen. Es hatte zwar niemand ein GPS-Gerät, aber Danilo hatte sich wohl irgendein Tool auf sein Handy geladen, was uns zu den Koordinaten führen konnte. Und nachdem wir alle Informationen für den Final ermittelt hatten, hat er das dann auch versucht. Und das war auch ganz unterhaltsam und lief in etwa so ab: „Wir müssen nach rechts. Nein links. Doch rechts. Da hinten ist es. Wie, hier ist nichts? Hier ist es definitiv! Ach nein, doch nicht. Verdammt… kein Empfang! Das können wir vergessen, dieses Tool ist Dreck! Das wird heut nix mehr. Oh… geht wieder!“. Das Ganze könnte ich noch eine Weile fortsetzen, aber da niemand aus diesem Wechselbad der Gefühle Erkenntnisse gewinnt, lasse ich es. Erwähnt sei vielleicht noch, daß wir trotz Danilos eigenwilligem Navigationsstil …ähem… -tool letztendlich doch noch fündig wurden. Dieses Erlebnis hat aber auf jeden Fall gereicht, um in mir das Cachefieber zu wecken und bereits drei Tage später bestellte ich mir mein Oregon 300, um selbst auf die Suche gehen zu können. Und während Danilo noch lange Zeit großen Spaß daran hatte Ziele zu umkreisen, konnte ich sie nun ganz direkt ansteuern ;-)

 

 

Wie kam der Nickname Glubosch zustande?

 

Steve: Die Frage nutze ich mal für etwas Eigenwerbung. Wer die Antwort darauf haben will, sollte sich mal das Listing von „Der erste Schritt“ (GC3NVX9) anschauen. Da steht die entsprechende Geschichte dazu.

 

 

 immer für einen Spaß zu haben

 

 

Lieblings-Tradi, Lieblings-Multi, Lieblings-Mystery? (auch außerhalb der Homezone, wenn es da welche gibt)

 

Lieblings-Tradi:

 

Steve: So ein Schweinskram (GC3BA54). Nein, war nur Spaß. Sehr gut gefallen hat mir der Tradi „Coco’s Fernmeldekasten“ (GC1MPYK), den ich zusammen mit Bindiana Jones und Virtualboy auf dem Rückweg vom „MEGAPhone“ gefunden habe. Aber auch hier in der Nähe habe ich erst kürzlich ein handwerkliches Meisterwerk entdeckt. „CacheArt. My Little Secret“ (GC3QT1J). Ich werde mich hüten zu spoilern, aber man sollte es nicht zu eilig haben, wenn man sich an diesem Tradi versucht ;-)

 

 

Nadine: Auch wenn vom Cache her nicht unbedingt herausragend, war doch das Erlebnis bei „Alte Weide Mesekenhagen“ (GC1P1AZ) eines der schönsten. 200 m ging es durch hüfthohen Schnee, in dem wir zu dritt auch mehrfach eingesackt sind. Als wir dann das Versteck problemlos identifiziert haben, ging es daran, die „federleichte Smilla“ in den Baum zu bringen. In perfektem Cacheroutfit (Minirock und Strumpfhose) gelangte sie also schwungvoll in den Baum und auch fast genauso schwungvoll ging es wieder runter.


Lieblings-Multi:

 

Steve: Ich kann mich da nicht so recht entscheiden. Sowohl „Die Tote in der Kurklinik“ (GC1ZJD8) als auch „Klaus-Erwin braucht Platten!“ (GC3PVWG) haben sehr viel Spaß gemacht und wußten mit einem genialen Final zu überraschen. Jeder auf seine Weise.

 

 

Nadine: Was den Lieblings-Multi angeht, hab ich mich für „Die Tote in der Kurklinik“ entschieden. Es ist zwar deprimierend, wenn man bei einigen Caches auf jeden Punkt achten muss, weil dahinter eventuell sogar ein ganz neues Listing steckt, man bei anderen die Dinge nicht allzu genau nehmen darf. Aber was das angeht, stehen wir mit Lex ja regelmäßig in Kontakt ;)Da geht es mal um Sackgassenschilder, Kaffeekannen oder auch ab und an die wunderbare Zeiteinheit „Lexstunden“ in Umrechnung zu normalen Stunden.

 

 

Lieblings-Mystery:

 

Steve: Sehr schön fand ich den Cache „Schlüsselerlebnis“ (GC21HN5) im Harz. Um an die Koordinaten zu gelangen, muß man zunächst einen TB finden, mit dem man darüber hinaus auch noch die Dose öffnen muss. Mit „Björn und Fiete“ gibt’s sowas auf Rügen ja mittlerweile auch, aber die Jungs im Harz waren etwas schneller. Und wenn ich mal hier in der Gegend bleibe, fällt mir sofort die „Music was my first love“ Serie http://coord.info/GC27ZVNvon heike_hgw ein. Bis auf Teil 4, mit dem ich aufgrund der vielen gut passenden Möglichkeiten einfach nicht warm werde, hat mir die Reihe sehr gut gefallen und ich hatte hier sehr viel Spaß beim Rätseln.

 

 

Nadine: Hier ist mein Favorit „Die geheime Zuflucht -LP-“. Zum einen, weil wir dort mit Fester Shinetop eine schöne Zeit verbracht haben und der Cache einfach sehr gut und kurzweilig gemacht ist, zum anderen, weil ich die Lösung an sich schon raus hatte und Steffen sich noch ans Telefon geklemmt hat, um erst später zu erkennen, dass ich recht hatte :P D

 

 

konzentriert bei der Letterbox "Taubenschlag" in Frankfurt / Main

 

Was war euer bisher schönstes / abenteuerlichstes / aufregendstes / spannendstes / positivstes oder ungeschicktestes Cacheerlebnis?

 

Steve: Das sind eine Menge Fragen auf einmal. Am schönsten finde ich persönlich es eigentlich immer, wenn Nadine und ich eine Tagestour machen. Vor allem im Winter. Dann nehmen wir eine Kanne Glühwein und entsprechende Verpflegung mit und gehen gemeinsam auf Dosensuche. Und beendet wird das Ganze dann meist am späten Abend im Jorgos. Ein einzelnes „schönstes Erlebnis“ zu benennen fällt mir allerdings sehr schwer. Aber wenn ich mich schon festlegen muß, würde ich hier die GeoGames 2012 in Leipzig (GC32012) benennen. Abends bei Bratwurst und Bier den Dosenfischern zu lauschen war absolut entspannend und schön. Zumindest bis zur „Sonnenwende“. Und nein, darauf gehe ich nicht näher ein ;-)

 

 

Nadine: Hier stimme ich Steffen zu. (Auch das mit der Sonnenwende, auch wenn das wohl noch lang für Gesprächsstoff führen wird) Tagestouren sind mit das schönste. Ich bin zwar kein Fan davon, stundenlang wegen eines Tradis durch die Gegend zu laufen, aber wenn man sich eine kurzweilige Strecke raus sucht, kann so etwas wirklich genial sein.

 

 

Steve: Mein abenteuerlichstes Erlebnis war der Cache „Operation MAZ-543“ (GC2J36F). Ich wußte vorher nur, daß es ein Nachtcache ist und wir durch den Wald geführt werden. Und ein paar alte NVA-Anlagen sollte es da wohl auch geben. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was für ein riesiger, unterirdischer Bunker uns da am Ende erwarten würde. Ich war auf jeden Fall hellauf begeistert.

 

 

Nadine: Mein abenteuerlichstes Erlebnis war definitiv der mittlerweile leider archivierte Monkey-Island-Cache in Brandenburg (weiß leider nicht mehr genau, wo der war). Wenn 3 Personen im Wald sowohl die Akkus vom GPS und jegliche Handyakkus versagen, kann einem schon mulmig werden. Zusammen mit Festershintop und einem „analogen“ Kompass war nach dem ersten schwächeln der Energiezellen die wichtigste Frage zu klären: „Suchen wir jetzt noch den Final? Es war ja immerhin nur noch diese eine Station.“ ODER „Suchen wir erst mal das Auto?“ Man muss dazu sagen, dass der Cache komplett in einem Wald mit vielen vielen Wegen und Lichtungen war, die zumindest für mich fast alle gleich aussahen. Wir waren schon 1-2 Stunden unterwegs und hatten selbstverständlich keinen Wegpunkt beim Auto gesetzt. Es war halt noch mehr oder weniger in der Anfangsphase ohne richtiges Cachebag. Wenigstens hatten wir das Listing mit den Startkoordinaten und irgendwo da wird das Auto bestimmt auch stehen. Wie das im Cacher-Übermut so ist, haben wir natürlich nicht das Auto sondern den Final gesucht. In unregelmäßigen Abständen ging sowohl das iPhone, als auch das GPS für wenige Sekunden an, sodass man zumindest mal schauen konnte wo man ca. ist und in welche Richtung wir müssen. So hangelten wir uns Affentanzmäßig mit dem Kompass Richtung Osten und haben erstaunlicherweise den Final gefunden. Viel erstaunlicher ist auch, dass wir nur nach knapp 2 Stunden umherirren auch das Auto wieder entdeckten. Alles in Allem ein geiler Nachmittag und wie sagt man so schön: „Wenigstens hat es nicht geregnet“

 

 

Steve: Am aufregendsten und spannendsten waren eigentlich generell die ersten Caches, die wir seinerzeit gefunden haben. Da hat uns selbst eine einfache Filmdose im Zaunpfahl noch begeistert. Ist ja auch logisch wenn man keine Erfahrungen hat, auf die man zurückgreifen kann. Da ist man leicht zu beeindrucken. Zu meinem größten Bedauern ließ sich leider nicht verhindern, daß irgendwann Routine einkehrte und dieses „Prickeln der ersten Tage“ leider nicht mehr vorhanden ist.

 

 

auch in den Ruinen von Prora gab es spannende Momente

 

 

 

Steve: Ein positivstes Erlebnis kann ich nicht konkret benennen. Aber jedes Event, das beim Griechen stattfindet, erzeugt bei mir eine äußerst positive Grundstimmung. Und noch viel positiver finde ich es, wenn mich / uns jemand mitnimmt und ich nicht fahren muß. Vielleicht zählt das ja auch ;-)

 

 

Steve: Am ungeschicktesten haben wir wohl uns bei „Das arme Haus“ (GC1W0FJ) angestellt. Wir haben hier zweimal wenigstens 30 Minuten gesucht, aber erst im dritten Anlauf wurden wir fündig. Und das auch nur, weil wir keine Lust mehr hatten und diesmal mit Smilla33 eine Cacherin dabei hatten, die so schmal war, daß sie mühelos durch den Zaun paßte. Ich habe keine Ahnung, ob es daran lag, daß wir damals noch zu wenig Erfahrung hatten oder wir uns wirklich zu dusselig angestellt haben. Aber so genau will ich das auch gar nicht wissen :-)

 

 

 

Nadine: Da ich versuche, alle Situationen, in denen wir uns total dämlich angestellt haben zu verdrängen, sagt mir dieser Cache natürlich gar nichts. (Wo ist der Wutball??) Generell gibt es immer mal wieder kleinere und größere Dinge, bei denen man sich auch nach gesammelter Erfahrung einfach blöd anstellt. Wie bereits oben erwähnt, muss man halt abschätzen, wann man Dinge sehr genau oder doch lieber etwas lockerer sehen soll. Manchmal hilft es auch einfach, sich mal mit geschlossenen Augen umzudrehen um was ganz offensichtliches zu bemerken.

 

 

Was war euer erster gelegter Cache?

 

Steve: Das war „Neun nach Zwei“. Nach über einem Jahr des Suchens, hatten wir nun genug Erfahrungen gesammelt um selbst eine Dose zu verstecken. Und sie sollte an einem Ort liegen, den wir immer im Blick haben.

 

 

Nadine: Das tut sie nun bis heute und ab und an erspäht man auch einen Suchenden. Nur leider wurde der geplante Montagsrunden-FTF mit Lex als Neumitglied durch mangelnde Kommunikation anders als erwartet.

 

 

Welches war die letzte Anschaffung für eure Cacherausrüstung?

 

Steve: Das war eine UV-Lampe mit Cree-LED. Ich hatte vorher keine Ahnung ob die was taugt oder nicht, aber selbst meine „große“ UV-Lampe mit 24 LEDs war mir irgendwie zu schwach und ich wollte was leistungsstärkeres haben. Also habe ich das Teil auf Verdacht gekauft und war am Ende glücklicherweise begeistert davon.

 

 

 

auf dem LP Klaus-Erwin braucht Platten!

 

 

Steve, deine Logs sprudeln ja häufig förmlich über vor hintersinnigem Humor, es sei nur an den berühmten Log beim 0815-Tradi "Bitte Einsteigen!" vom 24.06. erinnert, der normalerweise nur einen Einzeiler bekommt. Wer kennt den Log nicht?

 

 

Zur Einstimmung erst einmal dein Logeintrag dazu:

 

 

#1317 Am 24.06.2012 um 21:10 Uhr gefunden. Was tut man am besten, wenn man den ganzen Tag sturmfrei hat? Ist doch logisch... man macht sich solange Gedanken darüber, wie man die viele freie Zeit am besten nutzt, bis der Tag rum ist. So ähnlich erging es mir am Samstag. Bereits am frühen Vormittag hatte ich den Gedanken, cachen zu fahren. Nur wohin und welche Caches? Naja... Ist ja noch viel Zeit. Das überlegst Du Dir am besten, während Du eine Runde Giana Sisters auf dem Amiga spielst. Das war wirklich sehr nett, aber viel zu wenig Action. Ich glaub noch eine Runde Turrican nachzulegen kann nicht schaden. Oh... schon Mittag. Ist ja super, da hast Du ja noch fast den ganzen Tag zur Verfügung. Kein Grund, Stress zu machen. Schon viel zu lange liegt diese Star Wars Blu Ray auf dem "will ich mal wieder sehen - Stapel". Und ich bin mir sicher, daß es draußen ohnehin gerade viel zu warm ist, um loszufahren. Ist doch ein hervorragender Zeitpunkt, den noch reinzuwerfen, bevor es losgeht. 14:30 Uhr... genug Zeit, Teil 2 auch gleich abzuhaken. Was für ein schöner Tag. Und nun... Han Solo tiefgefroren und Luke hat die Wahrheit über seinen Vater erfahren. Das kann man doch nicht einfach so nüchtern zur Kenntnis nehmen und dann zur Tagesordnung zurückkehren. Wird auch diesmal das Imperium besiegt werden? Ich mußte es einfach wissen. Her mit Teil 3! Hmm... schon 19:00 Uhr. Na egal, es muß ich ja nicht immer eine Tagestour werden. Aber erstmal sollte ich was essen, denn langsam kriege ich Hunger. Glücklicherweise fand ich im Frost noch ein paar Schinken-Hackröllchen mit Chillisauce. Eine Packung Reis dazu und und alles war schick. Okay... vielleicht hätte ich mir zum Essen nicht schon wieder einen zweistündigen Film reinlegen müssen, aber nachdem Star Wars vom Stapel runter war, lag dort Batman. Und das hab ich jetzt wirklich schon Jahre nicht gesehen. Jedenfalls war es ganz plötzlich kurz vor Neun und das obwohl es doch gerade noch kurz vorm Mittag war. Seltsam. Wahrscheinlich schon wieder so ein dämlicher Riss im Raum-Zeit-Kontinuum. Ich lauf irgendwie dauernd durch diese Dinger. Auf jeden Fall hieß es nun "jetzt oder nie". Da ich unbedingt auch noch Batman Returns gucken wollte, andererseits aber auch meinen Cachetag durchziehen wollte, entschied ich mich für einen kleinen Tradi, ganz in der Nähe. Und das war dieser hier. Und bevor ich noch einen Grund fand, gar nicht mehr loszufahren, machte ich mich ganz schnell auf den Weg. Die Gegend war mir vertraut, denn vor ein paar Wochen war ich schon mal hier. Aufgrund diverser Bauarbeiter lohnte sich jedoch nicht einmal das Anhalten. Heute konnte ich problemlos zugreifen und der erste Griff saß auch gleich. Zufrieden, fast den ganzen Tag in der Natur verbracht zu haben, fuhr ich wieder nach Hause und freute mich auf ein kühles Weizen und Batman Returns. Diesen schönen Cachetag werde ich so schnell nicht vergessen und das muß ich unbedingt bald mal wiederholen ;-) Vielen Dank fürs Verstecken!

 

 

Das ist ja Realsatire pur und wie aus Deinem richtigen Leben nacherzählt. Ist das wirklich so oder erfindest du da noch was dazu? Wie lange brauchst Du dafür?

 

 

Steve: Ich habe eigentlich den Anspruch, zu jedem Cache auch einen vernünftigen Log zu schreiben. Wenn zu erkennen ist, daß der Owner sich Gedanken gemacht hat und die Dose nicht einfach nur an die berühmte Leitplanke geworfen wurde, hat er das auch definitiv verdient. Darüber hinaus bin ich selbst Cacheowner und weiß wie schön es ist interessante Logs zu lesen, die über „gut und schnell gefunden, TFTC“ hinausgehen. Wielange ich dafür brauche, ist mir dann auch egal, denn Qualität steht da eindeutig im Vordergrund. Notfalls schreibe ich den Log eben an einem anderen Tag, wenn ich mehr Zeit habe. Und was den Wahrheitsgehalt betrifft… Die Dinge, die ich in meine Logs schreibe, sind allesamt auch so passiert. Aber ich denke auch immer genau darüber nach was ich wie schreibe und lese mir zum Schluß auch immer den gesamten Log nochmal durch. Und wenn mir dabei auffällt, daß ich das Ganze noch mit einer Prise Humor würzen kann, mache ich das auch. Sicher neige ich mitunter dazu, dabei etwas zu übertreiben. Aber wenn der Log dadurch unterhaltsamer wird, ist das m.E. nur recht und billig. Wer liest schon gern ein langweiliges „Erlebnis-Protokoll“, wenn er stattdessen eine peppige Kurzgeschichte haben kann? Und einen guten Cache mit einem langweiligen Log zu bestrafen, ist außerdem nicht sehr nett, oder?

 

 

 

Nadine: Das wäre wirklich nicht nett. Allerdings regen mich einige deraufregenden Logs des Herrn F.anders auf, als es gedacht ist. Eine „Prise Humor“ und die Formulierung „etwas zu übertreiben“ sind fast so realistisch wie einige der Storys. Natürlich ist viel davon passiert, aber manchmal ist da eine Mücke ein fleischfressendes Biest und ein 2-minütiger Umweg ein Gewaltmarsch um Leben und Tod. Ich muss hierbei auch sagen, dass ich auf Grund dieser Tatsachen die Logs kaum noch lese.

 

 

Und warum findet sich in fast jedem Glubosch-Log ein Hinweis darauf, was Ihr noch essen werdet oder vorher gegessen habt? Was ist da der Hintergrund?

 

Steve: Eine sehr gute Frage! Aber tu nicht so ahnungslos, du weißt das doch schon, aber für alle anderen, das war so: Völlig unbeabsichtigt habe ich wohl ein- bis zweimal in einem Log erwähnt, wohin wir nach dem Cachen zum Essen fahren oder wo wir es abholen. Als ich dann mal einen Log schrieb, der diese Information nicht enthielt, wurde ich sogleich etwas empört von dir Lex, meinem treuesten Profil-Stalker angeschrieben, was es denn an dem Abend zu Essen gab. Ich war zwar etwas irritiert, wollte aber andererseits auch auf die Wünsche meiner Leserschaft eingehen. Deshalb versuche ich seitdem so genau wie möglich wiederzugeben, wo und was ich vor oder nach dem jeweiligen Cache gegessen habe.

 

 

Nadine: Irgendwie hab ich auch das Gefühl, dass dadurch das regelmäßige Ende der Cachtouren beim Griechen entstanden ist....

 

Und ich erfreue mich jedes Mal daran! ;) Bei welchem Cache habt ihr euch besonders schwer getan, evtl. mehrere Anläufe benötigt oder zunächst sogar einen DNF geloggt?

 

Das war „Der Waldspaziergang“ (GC3BA9C). Hier wollten wir eigentlich den FTF holen, aber daraus wurde leider nichts. Die ersten beiden Stationen haben wir noch sehr gut gefunden, aber dann war Schluß. In eisiger Kälte (es war an jenem Tag des Winters 2012, an dem wir -20 Grad hatten) haben wir bestimmt gute 1,5 Stunden den Wald abgesucht und rein gar nichts gefunden. Wir gingen auch eine ganze Weile davon aus, daß dort der Final ist und man einen Large kaum übersehen kann. Aber dann stellten wir fest, daß die Zählweise der Stationen doch sehr eigenwillig war und wir hier wohl doch wieder nur einen Hinweis suchen. Gefunden haben wir ihn jedoch nicht. Später war ich nochmal mit Virtualboy dort und wir fanden den Hinweis. Nur ließ sich damit leider kein sinnvolles Koordinatenpaar zusammensetzen. Wir haben dann auf Verdacht noch eine Weile den Wald abgesucht, aber irgendwann aufgegeben. Hier war einfach nichts zu machen. Das Loggen eines DNFs erübrigte sich jedoch, da der Cache kurze Zeit später deaktiviert und dann archiviert wurde.

 

 

 

Mit wem geht ihr häufig zusammen auf Cachetour?

 

Steve: Meistens sind Nadine und ich allein unterwegs. Ab und zu auch mal mit Virtualboy, Bindiana Jones oder Y-psilon. Und gelegentlich sehr gern auch mal mit Lisa Loggenix. Die ist klein und schmal und paßt somit fast überall rein. Das perfekte Special-Tool sozusagen ;-) Und auch wenn sie bei jedem zweiten Insekt, Spinne oder was auch immer zusammenzuckt und rumquiekt, ist sie doch erfrischend unkompliziert und für fast jede Schandtat zu haben.

 

 

 

Nadine: Je nach Jahreszeit ist Herr F. mit den oben genannten Personen öfter unterwegs, als mit mir. Dies vorrangig auf Grund von verschiedenen Arbeitszeiten und meiner sporadisch auftretenden Abneigung gegen Bewegung und Tageslicht ; )

 

 

Bist Du (Steve) eigentlich FTF-geil? Du hast unglaublich viele FTFs gemacht in letzter Zeit, ich denke, Du hast die meisten in Stralsund und Umland gemacht in diesem Jahr. Was fasziniert Dich so daran?

 

Um ehrlich zu sein, weiß ich gar nicht, wie viele ich habe. Aber wenn Du ohnehin nochmal recherchieren willst, teil mir das Ergebnis ruhig mit. Es wäre mal interessant :-) (müssten 26 sein, Anmerkung Lex ;) )

 

Und was die andere Frage betrifft… Wenn wir mal ehrlich sind, ist es (von wenigen Ausnahmen mal abgesehen) bei den meisten Tradis keine Herausforderung die Dose zu finden. Dazu hat man schon zu viele Caches und Verstecke gesehen. Und wenn man die Dose dann geborgen hat, trägt man sich ins Logbuch ein, wie viele andere auch. Den FTF gibt es bei jedem Cache jedoch nur genau einmal. Und ich denke, darin liegt auch der Reiz des Ganzen. Darüber hinaus ist es auch eine schöne Gelegenheit mal ganz spontan die tägliche Routine zu unterbrechen, alles stehen- und liegenzulassen und auf Dosensuche zu gehen. Besser kann ich es leider nicht erklären.


Gibt es einen Cache, den ihr unbedingt einmal machen wollt oder eine Region in der ihr gerne einmal Dosen suchen wollt?

 

Steve: Nichts, was nicht jeder gern hätte… Den letzten Ape-Cache in Brasilien (GCC67), das Groundspeak-HQ (GCK25B) und die berühmte jährliche Block-Party. Aber das ist wohl nicht sehr realistisch. Darüber hinaus fällt mir nichts spezielles ein. Ich mag LPs, egal wo sie sind. Aber ich denke, da bin ich hier in Ostdeutschland schon ganz gut aufgehoben.

 

 

Ergänzt folgenden Satz: Ich cache, weil …

 

Steve: … ich damit einen Grund habe, nach draußen zu gehen und nicht nur in der Bude zu hocken.

 

Nadine: … ich es sehr spannend finde, an welchen kleinen und manchmal auch überdimensional großen Dingen man im Leben vorbei geht ohne diese zu bemerken. Ich denke mal, ich bin nicht die einzige die nach einiger Cacheerfahrung eine neue Sicht der Dinge im Leben hat und sich bei einigen Ecken denkt „da muss doch einfach was liegen“ und schon mal anfängt prophylaktisch zu suchen.

 

 

auch in luftige Höhen traut er sich...

 

 

 

oder in enge Nischen...

 

 

Worüber ärgert ihr euch oder was freut euch an unserem Hobby? 

 

Steve: Ziemlich unerfreulich finde ich lieblos gemachte Caches, die einfach nur um ihrer selbst Willen in die Landschaft „geworfen“ wurden. Meist von Cachern ohne ausreichende Erfahrung. Ebenfalls unerfreulich finde ich Kurzlogs bei Caches in denen wirklich Zeit und Arbeit steckt. Da hat der entsprechende Owner in meinen Augen einfach mehr verdient. Aber das ist alles noch zu verschmerzen. Wirklich ärgerlich finde ich hingegen, daß es offenbar Mode zu werden scheint, andere Cacher beim Reviewer anzuschwärzen. Ich denke da zum einen an „Abstellgleis“ von den Ryckswimmers und zum anderen an „Spieglein Spieglein an der Wand…“ von Barbie&Bruettler. Beide sind wirklich langjährige Cacher und vor allem auch erfahrene Cacheowner. Ihre Namen stehen für hohe Qualität, da sie sehr viel Zeit und Mühe in ihre Caches stecken. Diese Behandlung haben sie einfach nicht verdient. Ein Problem mit einem Cache zu haben ist die eine Sache. Aber es ist in meinen Augen völlig daneben, ohne Vorwarnung gleich zum Reviewer zu „rennen“, anstatt dies erstmal dem Owner mitzuteilen. Das ist einfach nur charakterschwach und definitiv kein vernünftiges Miteinander unter vermeintlich Gleichgesinnten. Im Falle von Barbie&Bruettler hat es sogar dazu geführt, daß diese nahezu all ihre Caches archivierten und sich als Owner zurückgezogen haben. Und dass solche Veteranen „das Feld räumen“, weil jemand aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage war, sie direkt auf ein Problem hinzuweisen, macht mich ziemlich betroffen. Verloren haben wir durch diese Aktion letztendlich alle, denn viele hochwertige Caches sind nun nicht mehr da. Aber man kann es natürlich auch positiv sehen… Es wurde viel Platz für 100% guidelinekonforme Filmdosen in Zaunpfählen oder ähnlichem gewonnen. Herzlichen Dank!


Bei welchem Cache war die Verletzungsgefahr am höchsten, und Ihr habt euch später gefragt, ob der Log das Risiko wert war?

 

Steve: Da muß ich passen. Da ich nicht sehr risikofreudig bin, mache ich solche Caches gar nicht erst.

 

Nadine: Und dieser Satz, obwohl der Herr in Prora war. Naja, da kam zumindest nie die Frage „War es das wert?“ Wir sind beide nicht allzu risikofreudig, allerdings traut man sich mit der Zeit auch mehr. Trotz Höhenangst klettert man nach „Cachehunger“ problemlos eine Leiter auf das Dach eines Gebäudes oder weiter nach oben z.B. auf den Schornstein der „Pelztierfarm“.


Könnt ihr euch vorstellen, irgendwann einmal mit dem Cachen aufzuhören?

 

Steve: Derzeit ist das völlig undenkbar. Dazu habe ich viel zu viel Spaß an diesem Hobby.

 

Nadine: Es wird sich zeigen, was das Leben bringt. Aber man muss es ja nicht beschreien.

 

Danke für eure ausführlichen und offenen Antworten!

 

 

Lasst euch überraschen, wann es wieder ein neues Stammtisch-Interview gibt. Bis dahin eine schöne Vorweihnachtszeit. Gruß Lex

 

 

 

 

 

 

 

Kommentare  

 
#2 Ruegencacher-St ammtisch-Interv iew 11/2012: GluboschJed 2017-11-20 11:51
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#1 VirtualboyVirtualboy 2012-11-30 01:32
Zitat: Aber wenn ich mich schon festlegen muß, würde ich hier die GeoGames 2012 in Leipzig (GC32012) benennen. Abends bei Bratwurst und Bier den Dosenfischern zu lauschen war absolut entspannend und schön. Zumindest bis zur „Sonnenwende“. Und nein, darauf gehe ich nicht näher ein ;-)

Nadine: Hier stimme ich Steffen zu. (Auch das mit der Sonnenwende, auch wenn das wohl noch lang für Gesprächsstoff führen wird)

Jaja, Asche auf mein Haupt, aber das habe ich wirklich nicht vorhergesehen. Jedenfalls nicht in dem Ausmaß.
 

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